Literatur aus Irland

Nicht nur für Kinder

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Falls im stationären oder Online-Buchhandel vergriffen sind die meisten der hier
vorgestellten Bücher antiquarisch bei zvab.com erhältlich

Irland Kinderbücher: Shaun das Schaf

Christoph Maria Herbst als

Shaun das Schaf

Acht Hörspiele auf 2 CDs, 141 Min.
Hörverlag GmbH, München 2012

ISBN 978-3-86717-857-0

Shaun, das Schaf mit dem schaf-sinnigen Verstand, einfallsreich und für jeden Spaß zu haben, hat seinen eigenen Kopf, der ihn auf dem chaotischen Bauernhof aus jeder noch so kuriosen Patsche herausführt und wieder in eine neue hineinbringt. Acht seiner Abenteuer stellt Shaun hier als Hörspiele vor – und belehrt alle, die da meinen die bekannte Fernsehserie in eine Hörform zu bringen ginge nicht, eines Besseren. Dabei hilft ihm als Sprecher Christoph Maria Herbst, denn keiner määäht so gut wie er.

Die Kassette mit den beiden CDs umfasst die folgenden Geschichten: Badetag, Zirkus um Timmy, Spuren im Beton, Abrakadabra, Abspecken mit Shaun, Gemüsefußball, Das kleine Horrorschaf und Der Außerirdische. Und natürlich auch die beiden Songs Shaun das Schaf und Shaun das Schaf ist wieder da.

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Irland Kinderbücher: St. Brendans Meerfahrt

Karlheinz Koinegg

St. Brandans wundersame Meerfahrt

Ein Hörspiel für Menschen ab 10 Jahren
CD, ca. 55 Min.
Hörverlag GmbH, München 2005

ISBN 3-357-00820-3

Navigatio Sancti Brendani Abbatis, die Meerfahrt des Abtes St. Brendan, ist der Titel einer Erzählung aus dem achten Jahrhundert, die Karlheinz Koinegg hier zu einem Hörspiel verarbeitet hat, das der Westdeutsche Rundfunk unter der Regie von Angeli Backhausen 2004 produzierte.

An einem Weihnachtsabend auf einer kleinen Insel am Rande der Welt fällt dem irischen Mönch Brendan ein geheimnisvolles Buch in die Hände, in dem unglaubliche Dinge berichtet werden. Aus Angst, es handele sich um Teufelswerk, wirft er das Buch angestachelt vom Mönch Fanaticus ins Feuer, worauf ein Engel erscheint und ihn auf eine Odyssee über die Meere schickt, das verlorene Buch wiederzufinden. Die Suche wird auch eine Suche nach dem Paradies, mit der Erkenntnis, dass es das Paradies nicht gibt, sondern jeder Mensch sein eigenes hat.

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Irland Kinderbücher: Die Fiedlerin

Patricia Lynch

Die Fiedlerin

Erstveröffentlichung: 1943 (Fiddler’s Quest)
Übersetzt von Ursula Thiele und Olaf Hille
432 Seiten, geb.
Altberliner Verlag, 1998

ISBN 3-357-00820-3

Ethne lebt mit ihrem Vater in England. Als dieser nach Amerika auswandert, schickt er seine Tochter auf der Granuaile nach Dublin, wo sie von ihrem Großvater abgeholt werden soll, der auf einer Insel im Westen Irlands lebt. Der lässt jedoch auf sich warten, und Ethne, eine erstklassige Fiedlerin, findet Unterschlupf bei der Witwe Rafferty und ihren fünf Kindern. Die langen Abende sind voller Musik, Tanz und Geschichten.

Doch in Dublin sind unruhige Zeiten angebrochen: Die Zerschlagung des Osteraufstands liegt vier Jahre zurück und die Polizei ist auf der Jagd nach Mitgliedern der Sinn Féin, die eine Untergrundregierung gebildet haben. Die Schrecken der Zeit und die Angst vor Übergriffen lässt auch die Kinder nicht unberührt.

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Kinderbücher aus Irland: Pat O’Brian

Patricia Lynch

Pat O’Brian und die Zaubermelodie

Erstveröffentlichung: 1952 (Brogeen Follows the Magic Tune)
Übersetzt von Ursula Thiele und Olaf Hille
175 Seiten, geb., Fadenheftung
Olaf Hille Verlag, Hamburg 1996

ISBN 3-929174-69-3

Patricia Lynch (1898–1972) wurde in Cork geboren und ist bekannt als Autorin wunderschöner Kinderbücher. Hier ist ihr schönstes:

Der Fiedler Pat O’Brian ist ein streitlustiger Bursche und verirrt sich eines Tages bei einem Schneesturm in den Bergen. Die Sache wäre böse für ihn ausgegangen, hätte ihm nicht der Leprechaun Brogeen, seines Zeichens Schuhmacher der Feen, das Tor zum Elfenschloss geöffnet. Dort hört er zum ersten Mal die geheime Zaubermelodie, die sich ihm unauslöschlich einprägt. Er stiehlt die Melodie, trägt sie hinaus zu den Menschen ... und die Feen schicken ihm Brogeen hinterher. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd durch Irland beginnt.

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Irische Kinderbücher: König der Tinker

Patricia Lynch

Der König der Tinker

Erstveröffentlichung: 1938 (The King of the Tinkers)
Übersetzt von Christiane Jung
266 Seiten, 2. überarb. Aufl., geb., Fadenheftung
Olaf Hille Verlag, Hamburg 1995

ISBN 3-929174-70-7

Der König der Tinker ist die Geschichte von Miheal Fahy, dem Sohn eines berühmten irischen Fiedlers, und Nora, dem Tinkermädchen. Sein Vater lebt nicht mehr, und das Wertvollste, das er und seine Mutter besitzen, sind zwölf weiße Steine, die ihnen nach der Vorhersage eines geheimnisvollen Fremden Glück bringen sollen.

Eines Tages ziehen die Tinker an ihrer Hütte vorbei, und ihr Anführer Yellow Hankerchief stiehlt ihnen die Steine. Miheal macht sich auf, den Dieb zu finden und seinen Besitz zurückzuerobern. Gestalten aus der Fianna tauchen auf und die reale Welt vermischt sich mit der irischen Mythologie.

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Kinderbücher aus Irland

Emer O’Sullivan / Dietmar Rösler

I like you – und du?

Eine deutsch-irische Geschichte
92 Seiten, broschiert
rororo rotfuchs, 31. Aufl. 2010

ISBN 3-499-20323-5

Plötzlich kriegten wir [Karin und Paddy] Lust, alles aufzuschreiben. Obwohl das ja eigentlich Quatsch ist: Ich kann nicht genug Englisch, um es auf Englisch zu schreiben. Und Paddy, na, dessen Deutsch reicht auch noch nicht für eine Geschichte auf Deutsch. Aber versuchen wollten wir es dann doch. Und zwar jeder so, wie er kann. Man wird es schon verstehen ...

Damit beginnt die Geschichte vom irischen Jungen Paddy, der mit seiner Mutter nach Berlin zieht und mit Karin eine etwas komplizierte Freundschaft eingeht. Denn Paddy spricht kaum Deutsch, und Karin kann schlecht Englisch. So sprechen und schreiben sie in einem witzigen deutsch-englischen Sprachmix, der es den Lesern ermöglicht, den Text ohne Wörterbuch nur aus dem Inhalt heraus zu verstehen. Am Ende hat man unbewusst mehr Englisch gelernt, als in mancher Unterrichtsstunde.

Da die erste Auflage des Buches bereits 1983 erschien, entspricht das Irlandbild, das Karin von Paddy vermittelt bekommt, nicht mehr dem, das der heutige Tourist erfährt. Aber auch West-Berlin ist schon lange kein ‘Island in East-Germany’ mehr, wie Paddy noch überraschend feststellen musse, womit das Buch auch zu einem Rückblick in die jüngere Vergangenheit wird.

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Irische Kinderbücher

Emer O’Sullivan / Dietmar Rösler

It could be worse – oder?

Eine deutsch-irische Geschichte
96 Seiten, broschiert
rororo rotfuchs, 22. Aufl. 2008

ISBN 3-499-20374-X

Die Geschichte (siehe oben) geht im munteren englisch-deutschen Sprachenmix weiter, und Karin zieht mit ihrem Vater nach Irland, zu ihrem Freund Paddy und dessen Mutter. Die beiden mögen sich immer noch, doch sie haben es nicht leicht miteinander. Paddy findet, dass Karin sich nicht genügend Mühe gibt, sich in der neuen Umgebung einzuleben, und Karin fühlt sich oft allein und vermisst ihre Freunde in Berlin. Ob sie beide etwas falsch gemacht haben? Vielleicht sollten sie mal ganz ehrlich miteinander reden ...

... Karin sah Paddy lange an. In ihrem Magen kribbelte es. Sie hätte sich glatt wieder in den Typ verlieben können. Oder war sie immer noch ein bisschen verliebt? Egal, sie verstanden sich wieder, das war die Hauptsache. Sie steckte sich den Ring an den Finger und lachte Paddy an: “Nun, sag’s schon!” “What?” “Na, das, was ihr hier in Irland dauernd sagt, egal, ob es einen Bombenalarm gibt oder ob es tagelang regnet oder ob sonst was Blödes passiert: It could be worse. Jetzt stimmt’s doch endlich, oder?”

Vielleicht liegt es, daran dass die Handlung nunmehr in Irland spielt: Nichten & Neffen, denen ich dieses Buch schenkte, gefiel es noch besser als der in Berlin handelnde erste Teil. Es ist ein Buch, das auch Erwachsenen, die vor einem Irlandurlaub ihr Englisch aus der Versenkung holen wollen, Spaß macht zu lesen und kostet nicht viel mehr als ein Pint Guinness.

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Kinderbücher aus Irland: Eine Tüte grüner Wind

Gesine Schulz

Eine Tüte grüner Wind

Sommerferien in Irland
160 Seiten, Broschiert
Carlsen Verlag, 2005

ISBN 3-551-36252-1

Nachdem das dritte Exemplar dieses Buches auf meinem Schreibtisch liegt, muss ich ein paar Worte darüber verlieren. Das erste kaufte ich selbst, da ich den Titel so interessant fand, schaffte es allerdings nicht es zu Ende zu lesen, da ich (a) ein Geschenk für Ines (s.u.) brauchte und es (b) mein Mädchen nicht aus der Hand legte, ehe sie es kurz vor Mitternacht ausgelesen hatte. Am nächsten Tag wechselte das Buch die Besitzerin.

Also erwarb ich ein zweites Exemplar, denn die Geschichte von Lucy, die sich auf einen Urlaub mit Mama in San Francisco gefreut hatte und nun zur schrecklichen Tante Paula ins schreckliche verregnete Irland muss, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Das musste sich herumgesprochen haben, denn kurz darauf schickte mir der Verlag zwecks Besprechung ein drittes Exemplar ins Haus. Doch die Besprechung überlasse ich der fachkundigen, 12-jährigen Literatur-Expertin Ines Hanisch aus Delmenhorst:

Eigentlich wollte Lucy mit ihrer Mutter nach San Fransisco, aber kurzerhand platzt der Urlaub. Die Mutter fährt mit ihrem Freund Kurt mit dem Forschungsschiff nach Afrika und Lucy muss gegen ihren Willen zu ihrer Tante Paula nach Irland. Aus Protest färbt sie sich die Haare rot. Am Flughafen wird sie von ihrer Tante und ihrem Hund Ulysses abgeholt, der sie quer durch die Flugplatzhalle schleift, bis sie zwischen Kakao und Torte auf dem Boden landen.

Als sie beim Haus ankommen, staunt sie, denn ihre Mutter hatte ihr erzählt, dass Paula in einem Zelt wohnt. Das ist natürlich nicht der Fall. Schnell lernt sie neue Freunde kennen, Grania und Martin. Sie und Grania helfen Martin die eingeworfene Fensterscheibe von Mrs O’Driscolls zu bezahlen. Dafür arbeiten sie alle hart. Am Ende können sie sie bezahlen. Mit ihrer Tante versteht sich Grania von Tag zu Tag besser. Sie werden Freundinnen. Bei der Abreise bekommt Lucy von ihrem neuen Freund Martin eine ‘Tüte grüner Wind’ geschenkt und nimmt sich vor, ihre Tante Paula noch einmal zu besuchen.

Das Buch ist ganz toll. Es lässt sich gut lesen. Gut finde ich, dass man erfährt, wie die Leute in Irland leben.

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Kinderbücher aus Irland: Ich, Grace O‘Malley

Franjo Terhart

Ich – Grace O‘Malley

Die Geschichte einer irischen Piratin
160 Seiten, Broschiert
AKV Edition Hamouda, 2. Aufl. 2009

ISBN 978-3-940075-34-5

Ein historischer Roman (vielleicht nicht nur) für Kinder über eine ungewöhnliche Frau des 16. Jahrhunderts: Gráinne Ní Mhaille bzw. Grace O’Malley, wie die Engländer sie nannten. Geboren um 1530 als Tochter eines Clan-Häuptlings auf der Insel Clare Island vor der irischen Westküste, fällt sie schon als Kind aus der Rolle, die ihr als Mädchen zugewiesen war; sie zieht sich Hosen an, schmuggelt sich als Deckjunge auf das Schiff ihres Vaters und erlernt von der Pike auf das Schiffshandwerk.

Im Alter von 16 Jahren verheiratet sie ihr Vater gegen ihren Willen mit ‘Donal dem Schlachtenreichen’ von den O’Flahertys aus Connemara. Grace bekommt drei Kinder, doch dann macht sie ihrem Gatten Konkurrenz und mehr Beute zu Wasser als er zu Lande. Als Donal ermordet wird, kehrt sie als Witwe heim nach Clare Island und wird als erste Frau Oberhaupt ihres Clans.

Als Höhepunkt in ihrem Leben gilt ihre Begegnung mit der mächtigen und unnahbaren englischen Königin Elisabeth I, zu der sie 1593 reiste, um ihren gefangenen Sohn Tibot freizubekommen. Es gelingt ihr. Ihre Nachfahren arrangieren sich mit den englischen Herrschern. Lord Jeremy Altamont vom Westport House im County Mayo ist stolz, sie zur Vorfahrin zu haben. In der Rubrik Land & Leute finden Sie in englischer Sprache eine Biographie über Grace O’Malley.

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Irische Kinderbücher

Tomi Ungerer

Der Nebelmann

Mit ganzseitigen Illustrationen des Autors
48 Seiten, Großformat, geb., Fadenheftung
Diogenes Verlag, Zürich 2012

ISBN 978-3-257-01134-0

“Aber bleibt ja in der Bucht”, ermahnte er sie, “und haltet euch fern von der Nebelinsel! Das ist ein verwünschter böser Ort, umgeben von tückischen Strömungen. Keiner, der sich dorthin gewagt hat, ist je zurückgekehrt.”

Die Geschwister Finn und Cara leben an der irischen Westküste, wo der Wind im Kamin pfeift und über dem Meer die Grauen Nebel aufsteigen. Eines Tages baut ihnen der Vater ein Curragh, mit dem sie, seiner Mahnung nicht folgend, in einen dichten Nebel geraten. Meeresströmungen treiben sie an einen unbekannten Strand – sie sind auf der Nebelinsel gelandet, von der noch nie jemand zurückgekehrt ist. Doch sie verzagen nicht und treffen auf den wundersamen Herrn der Insel. Bei ihm finden sie heraus, woher die Nebel kommen …

Es ist eine Geschichte über Mut, Neugier und die Unberechenbarkeit der Elemente aus Tomi Ungerers Wahlheimat Irland, eines der schönsten Bücher, das ich in diesem Jahr in die Hand genommen habe. Ein Buch mit wenig Text, in dem die Bilder sprechen – und für eBook-Reader völlig ungeneignet.

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